Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung
Eine Vorsorgevollmacht betrifft in der Regel die Vertretung in Vermögens- und persönlichen Angelegenheiten. Die Vollmacht in Vermögensangelegenheiten (allgemeine Vollmacht, Generalvollmacht) ermöglicht die rechtlich umfassende Vertretung des Vollmachtgebers bis hin zur Geschäftsunfähigkeit und insbersondere über den Tod hinaus. Die Vollmacht in persönlichen Angelegenheiten umfasst das Recht zur Vertretung des Vollmachtgebers in Gesundheitsangelegenheiten und bei der Aufenthaltsbestimmung und kann eine Betreuung verhindern.
Eine Patientenverfügung gibt dem Betroffenen die Möglichkeit, für medizinische Vorgänge seinen Willen im Voraus für den Fall des Eintritts einer bestimmten Gesundheitssituation niederzulegen. Leider wird auch hier häufig durch laienhafte Formulierungen keine Klarheit geschaffen.
Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung können grundsätzlich formlos von jedermann errichtet werden. Es empfiehlt sich jedoch in jedem Falle anwaltlichen Rat einzuholen. Allgemein anerkannt ist jedoch inzwischen, dass die Beurkundung durch einen Notar die adäquate Form der Vorsorgevollmacht mit Patientenverfügung darstellt. Die Vorteile der notarielle Beurkundung bestehen darin, dass der Notar sich von der Geschäftsfähigkeit des Vollmachtgebers vor der Beurkundung überzeugt (in unklaren Fällen durch Hinzuziehung eines Arztes oder sonstigen Sachkundigen), diese dann also nicht mehr angezweifelt werden kann und die Vorsorgevollmacht im Vorsorgeregister bei der Bundesnotarkammer registriert werden kann, um dann auch im entscheidenden Moment zur Verfügung zu stehen. Ein weiterer Vorteil der notariellen Beurkundung besteht in der Aufnahme wichtiger Belehrungsvermerke in die Urkunde, die auch für den Bevollmächtigten häufig erhellend sind.


